"Norberts Schaumecke"

In dieser Rubrik schrieb Brandoberamtsrat a.D. Norbert Diekmann über die Grundlagen der Schaumbrandbekämpfung mit dem Schwerpunkt: Bekämpfung großer Brände der Brandklasse A mit Löschschaum.

Norbert Diekmann war ein Tüftler und Erfinder, der in seiner Laufbahn der Feuerwehr unzählige Verbesserungen beschert hat.

 


 

In der schier nicht endenden Liste toller Ideen sind hier besonders das Schaumlöschsystem FLEXI FOAM und die Feuerwehraxt fire bird zu nennen.

 

Am 08.07.2013 verstarb Brandoberamtsrat a. D. Norbert Diekmann nach schwerer Krankheit.

Diese Rubrik bleibt in tiefer Verbundenheit und in Würdigung an Sein Lebenswerk bestehen.



In der Regel werden bei größeren Feststoffbränden Löschmittel, auf Grund der schlechten Erreichbarkeit des Brandgutes, mit weit reichenden Strahlrohren und Werfern appliziert.

 

Das Problem:

Durch Bauteile und gestapeltes Brandgut bestehen für die Löschmittelstrahlen nicht zugängliche Bereiche. Verdeckte Brände in diesen Bereichen werden nicht gelöscht.

Nicht effektive Löschverfahren erhöhen die Emissionen von Rauchgasen und Partikeln.

Nutzlos abfließende, kontaminierte Löschmittel erhöhen die Gefahr für Boden und Grundwasser.

 

Die Lösung:

Einsatz von höher verschäumten Feuerlöschschaum.

 

Zielrichtung:

Einsatz von sich ausbreitenden und raumfüllenden Löschmitteln. Diese können die verdeckten Brände in den nicht zugänglichen Bereichen erreichen.

Die Löschwirksamkeit der Löschmittel steigern.

 

Erstes Problem:

Höher verschäumte Schäume lassen sich nur über kurze Entfernungen über Lutten ausbringen!

Angesaugte Brandgase verhindern eine höhere Verschäumung!

 

Die Lösung:

Das FLEXI-FOAM-System (siehe Systembeschreibung)

Schaumerzeugung auch in von Brandgasen beaufschlagten Bereichen.

Einsatztiefe bis zu 50 Meter.

 

Zweites Problem:

Höher verschäumte Schäume haben keine Wurfweite!

 

Die Lösung:

Einsatz des FLEXI-FOAM-Systems mit einer Drehleiter als Löscharm.

 

Daraus resultierende Vorteile:

Geringerer Löschmittelverbrauch (siehe auch Tab. Mindestlöschmittelraten)

Verkürzte Löschzeit.

Rauchgasemissionen werden deutlich gemindert.

Partikelemissionen werden im Schaum absorbiert.

Die Menge des belasteten Rückflusses wird deutlich reduziert.

 

Wichtiger Hinweis:

  • Bei Feststoffbränden einschließlich Kunststoffen haben flourtensidhaltige Schaummittel gegenüber flourtensidfreien Schaummitteln keine signifikanten Vorteile.
  • Der Einsatz ist aufgrund der Umweltbelastung nicht akzeptabel.
  • Es sind nur flourtensidfreie Schaummittel einzusetzen.

 

Filmbildende Schaummittel (AFFF) benötigen für Ihre Leistungsfähigkeit perflourierte Tenside (PFT). Diese Tenside sind persistent, d.h., sie werden nicht biologisch abgebaut. Eine Rückhaltung in den üblichen Kläranlagen ist nicht möglich.

Sie sind zurzeit für eine effektive Brandbekämpfung größerer Klasse „B“ Brände unverzichtbar. Ihr Einsatz ist auf die unbedingt notwendige Anwendung zu begrenzen.

Weitere Hinweise finden Sie im Merkblatt „Fluorhaltige Schaumlöschmittel umweltschonend einsetzen“ im Downloadbereich des Umwelt Bundesamtes.

Zusatz zur Tabelle Mindestlöschmittelraten.

Die angegebenen Werte setzen eine optimierte Applikation (in allen Bereichen vom Löschmittel erreichbares Brandgut) voraus. In der Praxis ist von höheren Werten auszugehen. Die Aussagekraft zur Relation der unterschiedlichen Löschmittel wird dadurch nicht gemindert. Insbesondere, wenn bei realistischen Lagen schwer oder nicht erreichbare Bereiche des Brandguts vorhanden sind, kann sich die Relation zu höher verschäumten Schäumen noch verbessern.

Systembeschreibung FLEXI FOAM

Systembeschreibung[1].pdf
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Korbaufnahme für das FLEXI FOAM System


Mit diesem Adapter lässt sich das FLEXI FOAM System an die Korbaufnahme einer Drehleiter fachgerecht installieren. Hierdurch steigert sich der taktische Einsatzwert des Systems im Einsatz über die Drehleiter.

Auf den Fotos ist der Prototyp zur Aufnahme an einen Leiterpark einer Magirus DLK 23-12 n.B.zu sehen.





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